Blutwerte Tabelle: Normalwerte nach Alter und Geschlecht
Blutwerte Tabelle mit den Normalwerten für Männer, Frauen und Kinder: Hämoglobin, Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten und Ery-Indices im Überblick.

TL;DR: Die Normalwerte der wichtigsten Blutwerte hängen von Geschlecht und Alter ab. Hämoglobin liegt bei Männern zwischen 13,5 und 17,5 g/dl, bei Frauen zwischen 12,0 und 15,5 g/dl. Neugeborene haben mit 14,0 bis 22,0 g/dl deutlich mehr Hämoglobin als Erwachsene, im Kleinkindalter nähern sich die Werte den Erwachsenenbereichen an. Leukozyten (4,0 bis 10,0 Tsd./µl) und Thrombozyten (140 bis 360 Tsd./µl) gelten für Erwachsene unabhängig vom Geschlecht. Ein Wert außerhalb des Bereichs ist noch kein Krankheitsbeweis, denn die Bereiche decken 95 Prozent der Gesunden ab. Stand der Werte: 15. September 2026.
Ein Blutwert ist eine messbare Größe im Blut, etwa die Zahl bestimmter Zellen oder die Konzentration eines Proteins. Der Arzt vergleicht das Messergebnis mit einem Referenzbereich, dem Bereich, in dem die Werte von 95 Prozent der gesunden Bevölkerung liegen. Liegt ein Ergebnis außerhalb, folgt daraus kein Befund, sondern nur die Frage nach der Ursache.
Die Bereiche in den Tabellen unten entsprechen den gängigen Angaben großer deutscher Labore. Jedes Labor legt seine eigenen Grenzen fest, abhängig vom Messgerät und von der Methode. Deshalb steht auf jedem Befund der Bereich des auswertenden Labors, und nur dieser zählt für den Vergleich.
Normalwerte für Erwachsene nach Geschlecht
Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen betreffen vor allem die roten Blutzellen. Männer bilden unter dem Einfluss des Testosterons mehr Erythrozyten, zusätzlich verlieren Frauen durch die Menstruation regelmäßig Eisen und damit die Grundlage der roten Blutzellen. Alle anderen Werte der Tabelle gelten für beide Geschlechter gleich.
| Wert | Männer | Frauen | Einheit | |---|---|---|---| | Erythrozyten | 4,3 bis 5,6 | 3,9 bis 5,2 | Mio./µl | | Hämoglobin | 13,5 bis 17,5 | 12,0 bis 15,5 | g/dl | | Hämatokrit | 40 bis 53 | 37 bis 47 | % | | MCV | 80 bis 96 | 80 bis 96 | fl | | MCH | 28 bis 33 | 28 bis 33 | pg | | MCHC | 33 bis 36 | 33 bis 36 | g/dl | | Leukozyten | 4,0 bis 10,0 | 4,0 bis 10,0 | Tsd./µl | | Thrombozyten | 140 bis 360 | 140 bis 360 | Tsd./µl |
MCV, MCH und MCHC beschreiben Größe, Farbstoffgehalt und Farbstoffkonzentration der einzelnen roten Blutzelle. Sie helfen dem Arzt bei der Suche nach der Ursache einer Blutarmut, weil Eisenmangel kleine blasse Zellen erzeugt und ein Vitamin-B12-Mangel große Zellen.
Ab dem 14. Lebensjahr gelten für Jugendliche die Erwachsenenwerte. Für Frauen nach der Menopause verschieben sich die Bereiche der roten Werte leicht nach oben, ohne dass ein eigener Referenzbereich dafür existiert.
Normalwerte für Kinder nach Altersgruppe
Das Blutbild eines Kindes entwickelt sich in Schritten. Neugeborene kommen mit einer hohen Zahl roter Blutzellen zur Welt, weil sie im Mutterleib weniger Sauerstoff erhalten haben als nach der Geburt. In den ersten Lebensmonaten baut der Körper diesen Überschuss ab, die Hämoglobinwerte sinken und steigen dann langsam wieder an.
| Altersgruppe | Hämoglobin (g/dl) | Leukozyten (Tsd./µl) | Thrombozyten (Tsd./µl) | |---|---|---|---| | Neugeborene (1. Lebenswoche) | 14,0 bis 22,0 | 9,0 bis 30,0 | 150 bis 450 | | Säuglinge (2. bis 6. Monat) | 9,5 bis 13,5 | 6,0 bis 17,5 | 150 bis 450 | | Kleinkinder (1 bis 4 Jahre) | 11,0 bis 13,0 | 6,0 bis 16,0 | 150 bis 450 | | Schulkinder (6 bis 12 Jahre) | 11,5 bis 14,5 | 4,5 bis 13,5 | 150 bis 400 | | Ab 14 Jahren | wie Erwachsene | wie Erwachsene | wie Erwachsene |
Die Leukozytenzahl im Kindesalter ist höher als bei Erwachsenen und enthält einen größeren Anteil an Lymphozyten, einer Untergruppe der weißen Blutzellen. Ein Leukozytenwert von 12,0 Tsd./µl, bei einem Erwachsenen der obere Grenzwert, ist bei einem Dreijährigen völlig normal. Kinderärzte bewerten Blutwerte deshalb grundsätzlich gegen die altersspezifischen Bereiche, nie gegen die Erwachsenentabelle.
Diese Faktoren verschieben Blutwerte ohne Krankheit
Nicht jede Abweichung von der Tabelle hat eine Krankheit als Ursache. Der Körper passt seine Blutwerte an Belastung, Umgebung und Gewohnheiten an.
- Rauchen erhöht Erythrozyten, Hämatokrit und Neutrophile dauerhaft, weil der Körper den geringeren Sauerstoffgehalt des Rauchs ausgleicht
- Ausdauersport vergrößert das Blutvolumen und senkt dadurch das Hämoglobin, ohne dass eine behandlungsbedürftige Blutarmut entsteht
- In der Schwangerschaft verdünnt sich das Blut durch Flüssigkeitsvermehrung, Hämoglobinwerte bis etwa 11,0 g/dl gelten dann als normal
- Flüssigkeitsmangel verdichtet das Blut und treibt Hämatokrit und Erythrozyten nach oben
- Cortison-Präparate erhöhen die Neutrophilen und senken Lymphozyten und Eosinophile
- Starke körperliche oder seelische Belastung kann die Leukozytenzahl innerhalb von Stunden verdoppeln
So lesen Sie die Tabelle richtig
Ein Laborwert ist ein Baustein, kein Urteil. Die Einordnung trifft der Arzt, weil er Muster über mehrere Werte hinweg liest und die Vorgeschichte kennt.
- Vergleichen Sie Ihr Ergebnis nur mit den Referenzbereichen auf Ihrem eigenen Befund, nicht mit einer Tabelle aus dem Internet
- Grenzwertige Abweichungen, also Werte knapp außerhalb des Bereichs, kommen bei Gesunden häufig vor und werden oft nach Wochen kontrolliert, nicht sofort behandelt
- Deutliche Abweichungen oder ein Muster aus mehreren auffälligen Werten klärt der Arzt mit gezielten Folgeuntersuchungen ab
- Nehmen Sie Medikamente, schreiben Sie diese vor dem Arzttermin auf, weil viele Wirkstoffe Blutwerte verschieben
Eine Wiederholungsmessung im Abstand von Tagen bis Wochen gehört zum Standardverfahren. Viele Abweichungen, etwa nach einem Infekt oder einem anstrengenden Trainingstag, normalisieren sich von selbst.
Häufige Fragen zu Blutwerten und Normalwerten
Warum haben Männer und Frauen unterschiedliche Normalwerte für Hämoglobin?
Männer bilden unter dem Einfluss des Hormons Testosteron mehr rote Blutzellen, deshalb liegt ihr Hämoglobin-Bereich mit 13,5 bis 17,5 g/dl über dem der Frauen mit 12,0 bis 15,5 g/dl. Die Menstruation kostet Frauen zusätzlich Eisen, das der Körper für die Bildung roter Blutzellen braucht. Nach der Menopause nähern sich die Werte der Männer an, ohne dass ein eigener Referenzbereich dafür definiert ist.
Ab wann ist ein Blutwert krankhaft verändert?
Ein Blutwert gilt als abklärungsbedürftig, wenn er deutlich außerhalb des Referenzbereichs liegt oder wenn er über mehrere Messungen hinweg abweicht. Grenzwertige Abweichungen kommen bei 5 Prozent der Gesunden vor, weil die Bereiche nur 95 Prozent der gesunden Bevölkerung abdecken. Der Arzt entscheidet zusätzlich nach dem Muster: Eine einzige auffällige Zahl hat weniger Gewicht als mehrere Werte, die in dieselbe Richtung zeigen.
Gelten für Schwangere andere Blutwerte?
Ja, in der Schwangerschaft gelten angepasste Bereiche, vor allem für die roten Werte. Das Blutvolumen steigt um etwa 40 Prozent, die Zahl der Zellen wächst langsamer, dadurch verdünnt sich das Blut. Hämoglobinwerte bis etwa 11,0 g/dl ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sind deshalb normal und bedeuten keine behandlungsbedürftige Blutarmut. Die Leukozyten können in der Schwangerschaft ebenfalls leicht erhöht sein, ohne dass eine Entzündung dahintersteht.
Warum zeigen verschiedene Labore unterschiedliche Referenzbereiche an?
Jedes Labor misst mit eigenen Geräten, Reagenzien und Methoden, und die Kalibrierung unterscheidet sich dadurch leicht. Die Referenzbereiche werden aus der eigenen Messmethode abgeleitet und passen nur zu dieser. Ein Wert, der in Labor A am unteren Rand liegt, kann in Labor B im Mittelbereich erscheinen. Deshalb steht auf jedem Befund der Bereich des auswertenden Labors, und nur dieser gilt für den Vergleich.
Wer seine Blutwerte als Selbstzahler kontrollieren lassen will, findet alle Preise im Vergleich in der Blutwerte-Kostentabelle.