Großes Blutbild Kosten: Was Labor und Arzt berechnen
Großes Blutbild: Das Labor berechnet nach GOÄ 4,67 bis 10,74 Euro. Mit Blutentnahme und Beratung zahlen Selbstzahler etwa 10 bis 31 Euro.

TL;DR: Als Kassenleistung mit Überweisungsschein kostet das große Blutbild Sie nichts. Als Selbstzahler zahlen Sie nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) für die reinen Laborleistungen 4,67 Euro im einfachen Satz und 10,74 Euro im 2,3-fachen Höchstsatz (Ziffern 3550 und 3551). Die Blutentnahme (Ziffer 250, 2,33 bis 4,20 Euro) und die ärztliche Beratung (Ziffer 1, 4,66 bis 10,72 Euro) kommen hinzu, deshalb liegt die Gesamtrechnung je nach Arzt zwischen etwa 10 und 31 Euro. Die meisten Praxen rechnen Laborleistungen mit dem 1,15-fachen Satz ab. Stand der Preise: 15. September 2026.
Ein großes Blutbild zählt zu den günstigsten Laboruntersuchungen überhaupt, weil die Analyse weitgehend automatisiert ist. Die Preisunterschiede entstehen nicht im Labor, sondern auf dem Weg dorthin: mit oder ohne Überweisung, beim eigenen Arzt oder im Direktkauf, zum Regel- oder zum Höchstsatz der GOÄ. Wer den Abrechnungsweg kennt, weiß vor der Blutentnahme, was auf ihn zukommt.
Die Gebührenordnung für Ärzte, kurz GOÄ, legt für jede ärztliche Leistung einen Grundbetrag fest. Ärzte dürfen diesen Betrag in mittelschweren Fällen auf das 2,3-Fache und in besonders aufwendigen Fällen auf das 3,5-Fache steigern. Für Laborleistungen gilt eine Deckelung: Die Blutbild-Ziffern dürfen höchstens mit dem 1,25-fachen Satz abgerechnet werden, in der Praxis setzen die meisten Labore und Praxen den 1,15-fachen Satz an.
Was das große Blutbild nach GOÄ kostet
Das große Blutbild setzt sich aus zwei Laborleistungen zusammen: dem kleinen Blutbild (Ziffer 3550) und dem Differenzialblutbild (Ziffer 3551). Hinzu kommen die Blutentnahme und die ärztliche Beratung. Die folgende Tabelle zeigt die exakten Gebührenpositionen.
| Leistung | GOÄ-Ziffer | 1,0-fach | 1,15-fach | 2,3-fach | |---|---|---|---|---| | Kleines Blutbild | 3550 | 3,50 Euro | 4,03 Euro | 8,05 Euro | | Differenzialblutbild | 3551 | 1,17 Euro | 1,34 Euro | 2,69 Euro | | Großes Blutbild gesamt (Labor) | 3550 plus 3551 | 4,67 Euro | 5,37 Euro | 10,74 Euro | | Blutentnahme venös | 250 | 2,33 Euro | 2,68 Euro | 4,20 Euro | | Ärztliche Beratung, kurz | 1 | 4,66 Euro | 5,36 Euro | 10,72 Euro |
Im 1,15-fachen Satz, dem üblichen Satz für Laborleistungen, kostet das große Blutbild als Laborleistung 5,37 Euro. Mit Blutentnahme (2,68 Euro) und kurzer Beratung (5,36 Euro) liegt die Gesamtrechnung bei etwa 13,40 Euro. Rechnet die Praxis Labor und Beratung mit dem 2,3-fachen Höchstsatz ab, steigt der Betrag auf rund 25,70 Euro.
Die Deckelung der Laborziffern auf den 1,25-fachen Satz begrenzt Ihren Preis nach oben: Selbst ein Arzt, der sonst den Höchstsatz ansetzt, darf für die Ziffern 3550 und 3551 nicht mehr als rund 5,84 Euro berechnen. Der Spielraum liegt bei Blutentnahme und Beratung, dort sind bis zum 2,3-fachen Satz ohne Begründung zulässig.
Was das Blutbild bei den Krankenkassen kostet
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt das Blutbild vollständig, wenn ein Behandlungsanlass besteht. Ein Anlass ist jeder dokumentierte Verdacht auf eine Erkrankung: Müdigkeit, Infekt, Blutung, Nachsorge. Der Arzt stellt dann eine Überweisung aus oder entnimmt das Blut in seiner eigenen Praxis und rechnet direkt mit der Kasse ab.
Ohne Anlass zahlt die Kasse nicht. Das gilt für die reine Gesundheitsvorsorge ebenso wie für Kontrollen aus eigenem Antrieb. Das gesetzliche Check-up ab 35 Jahren umfasst ein kleines Blutbild als Kassenleistung. Wer außerhalb dieser Rhythmen seine Werte kontrollieren lassen will, ist Selbstzahler.
- Blutentnahme wegen eines Krankheitsverdachts: Kasse zahlt, keine Zuzahlung
- Check-up ab 35 Jahren: kleines Blutbild im Programm enthalten
- Privatpatient mit Behandlungsanlass: Erstattung je nach Tarif, meist bis zum 2,3-fachen Satz
- Wunschleistung ohne Anlass, etwa aus reinem Interesse an den Werten: Sie zahlen selbst
Privat Versicherte bekommen das Blutbild über ihre Tarife erstattet, wenn ein Anlass besteht. Die meisten PKV-Tarife übernehmen bis zum 2,3-fachen Satz ohne Nachfragen, höhere Faktoren verlangen eine Begründung des Arztes.
Was das Blutbild im Direktkauf kostet
Viele Labore und Online-Anbieter verkaufen Blutuntersuchungen direkt an Kunden, ohne Umweg über eine Arztpraxis. Der Kunde kommt zur Blutabnahme, wählt aus einem Leistungskatalog und zahlt an der Kasse. Da kein ärztlicher Auftrag vorliegt, gelten die Preise des jeweiligen Anbieters, nicht die GOÄ.
- Großlabore wie Synlab oder Labor Berlin rechnen Laborleistungen meist mit dem 1,0- bis 1,15-fachen GOÄ-Satz ab, weil ihnen die ärztliche Beratung fehlt
- Online-Labore mit Direktbestellung kommen auf ähnliche Beträge, teils plus Versandkosten
- Videopraxis-Portale schalten einen Arzt per Video zu und stellen den Auftrag digital aus, der Preis liegt zwischen Direktkauf und vollem Arztbesuch
Im Direktkauf entfällt das Arztgespräch. Sie bekommen den Befund zugeschickt oder online, ohne Einordnung. Bei Auffälligkeiten heißt das: selbst einen Termin vereinbaren. Der Preisvorteil gegenüber dem Arztbesuch liegt bei der reinen Laborleistung, der Nachteil ist die fehlende Bewertung.
Was den Preis beim Arzt beeinflusst
Drei Faktoren bestimmen Ihre Rechnung: der Steigerungssatz, die Zahl der Ziffern und der Umfang der Beratung.
| Faktor | Spanne | Auswirkung auf Sie | |---|---|---| | Steigerungssatz | 1,0-fach bis 3,5-fach | Laborziffern höchstens 1,25-fach, übrige Leistungen bis 3,5-fach mit Begründung | | Beratung Ziffer 1 oder Ziffer 3 | 4,66 bis 20,11 Euro | Ausführliche Beratung (Ziffer 3) verdoppelt den Gesprächsanteil | | Zusatzwerte wie CRP, Leberwerte, Schilddrüse | je Parameter 1 bis 17 Euro | Erhöht die Rechnung stärker als das Blutbild selbst |
Der größte Kostenhebel ist nicht das Blutbild, sondern das, was dazukommt. Ein CRP kostet 11,66 Euro im 1,15-fachen Satz (Ziffer 3524), ein HbA1c 16,76 Euro (Ziffer 3561). Wer nur das Blutbild bestellt, hält die Rechnung im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich.
Sie haben das Recht, vor der Behandlung einen Kostenvoranschlag zu verlangen. Bei einer geplanten Abrechnung über dem 1,8-fachen Satz muss der Arzt Ihnen den Betrag sogar schriftlich mitteilen, bevor er die Leistung erbringt.
Häufige Fragen zu den Kosten des großen Blutbilds
Wie viel kostet ein großes Blutbild beim Hausarzt als Selbstzahler?
Ein großes Blutbild als Selbstzahlerleistung kostet beim Hausarzt etwa 10 bis 31 Euro. Die Laborleistung selbst (Ziffern 3550 und 3551) liegt zwischen 4,67 und 10,74 Euro. Blutentnahme (Ziffer 250, 2,33 bis 4,20 Euro) und ärztliche Beratung (Ziffer 1, 4,66 bis 10,72 Euro) machen den Rest aus. Im üblichen 1,15-fachen Satz liegt die Gesamtrechnung bei rund 13,40 Euro.
Zahlt die Krankenkasse das große Blutbild ohne Krankheitsverdacht?
Nein, die gesetzliche Krankenversicherung zahlt ein Blutbild ohne Behandlungsanlass nicht. Ein Anlass ist jeder dokumentierte Krankheitsverdacht wie Müdigkeit, Infekt oder Nachsorge. Das Check-up ab 35 Jahren enthält ein kleines Blutbild als Kassenleistung. Wer außerhalb dieser Anlässe Werte kontrollieren lassen will, zahlt selbst.
Warum kostet das große Blutbild bei verschiedenen Ärzten unterschiedlich viel?
Die Preise unterscheiden sich, weil jeder Arzt den Steigerungssatz der GOÄ selbst festlegen darf, innerhalb der Grenzen: Laborziffern bis 1,25-fach, übrige Leistungen bis 2,3-fach ohne Begründung. Zusätzlich entscheidet der Arzt, ob er die kurze Beratung nach Ziffer 1 oder die ausführliche nach Ziffer 3 abrechnet, und das jeweils mit seinem Satz.
Lohnt sich der Direktkauf beim Labor statt des Arztbesuchs?
Der Direktkauf beim Labor spart die ärztliche Beratung und die Beratungsziffer, weil das Labor nur die Laborleistung berechnet, meist zum 1,0- bis 1,15-fachen Satz. Dafür entfällt die ärztliche Bewertung des Befunds. Bei einem unauffälligen Ergebnis ist das unkritisch, bei Auffälligkeiten brauchen Sie einen Arzttermin zur Einordnung.
Kann ich den Kostenvoranschlag vor der Blutentnahme verlangen?
Ja, Sie können vor jeder ärztlichen Leistung einen Kostenvoranschlag verlangen. Bei einer geplanten Abrechnung über dem 1,8-fachen Satz der GOÄ muss der Arzt Ihnen einen schriftlichen Kostenvoranschlag vorlegen, bevor er die Leistung erbringt. Ohne Ihre Zustimmung darf er dann nicht höher abrechnen.
Alle genannten Preise im direkten Vergleich, dazu Labor-Angebote und die Rechte als Selbstzahler, stehen in der Blutwerte-Kostentabelle.